Meine Ausrüstung 

Ich braue auf einfache und handwerkliche Art mein Bier. Meine Ausrüstung ist dementsprechend einfach gehalten und besteht, für meine 20 Liter Sude, aus folgenden Geräten:


Maischen, kochen: 

2kW Einkocher 28l
Rührwerk
Digitales Thermometer
Brauerjod
1,5kW Tauchsieder
Kühlspirale

Läutern:

32L Thermo Behälter mit Läuterspirale
3l Messbecher
30L Kunststoffeimer

Gären:

30L Edelstahl Behälter mit konischem Boden
Kühlschrank mit Temperatursteuerung 

Abfüllung, Nachgärung:

Abfüllröhrchen

0.33l Flaschen 
Zucker, Traubenzucker 
Flaschen Manometer 

Der Brauprozess in sechs Schritten erklärt


1. Maischen

Der Brauprozess für Bier startet mit dem Herstellen von Zucker.
Die Bierhefe wandelt Zucker in Alkohol und CO2 um. Da wir anfangs nur unser Leitungswasser haben, müssen wir den Zucker erst noch herstellen.  Dazu bringen wir das Wasser auf die im Rezept angegebene Temperatur und geben unser geschrotetes Malz ins Wasser.

Diesen Vorgang nennt man Maischen.

2. Läutern

Nach dem Maischen haben wir aus dem Malz Zucker gewonnen. Jetzt ist das Malz nicht mehr wichtig und muss entfernt werden. Traditionell wartet man einfach ab, bis sich das Malz am Boden abgesetzt hat und nutzt diesen sog. Treber anschließend als Filter.

Die ganze Flüssigkeit wird also langsam durch den Filter gelassen und somit vom Malz getrennt.

Durch einen sog. Nachguss, eine separat erhitzte Menge an Wasser, kann man jetzt den Filter zusätzlich ausspülen. Dadurch erhält man auch den Zucker, der sonst im Treber zurückbleibt.

Diesen Teil im Brauprozess nennt man das Läutern.

3. Kochen und Hopfen hinzugeben

Am Ende, nach dem Filtern, haben wir eine klare Flüssigkeit, die kein Malz mehr enthält. Diese sog. Würze muss jetzt gekocht werden, damit du u.a. am Ende kein Fehlaroma im Bier hast.

Das ist auch der Zeitpunkt im Brauprozess, wo du den Hopfen ins Bier gibst. Das Kochen löst Bitterstoffe und Aromaöle aus dem Hopfen, die deinem Bier die Bittere verleihen und für ein tolles Aroma sorgen.

Die Länge, wie lange sich ein Hopfen in der kochenden Würze befindet, ist ausschlaggebend für die Intensität der Bittere und des Aromas.

4. Hopfen und Co. herausfiltern

Beim Kochen wird sich dein Hopfen in kleine Stücke zerlegen, die du ohne Weiteres nicht mehr aus der Flüssigkeit herausbekommst. Außerdem bildet sich anderer Trub, den du später nicht im Bier haben möchtest.

Dazu wird an dieser Stelle wieder gefiltert. Brauer verwenden an dieser Stelle im Brauprozess häufig den sog. Whirlpool, ein Andrehen eines Strudels. Dieser sorgt nach einer kleinen Wartezeit dafür, dass sich der Großteil des Trubs in der Mitte des Topfes sammelt.

Zusätzlich kommt an dieser Stelle immer noch ein Filter zum Einsatz, der den Trub auffängt, der sich nicht in der Mitte durch den Whirlpool abgesetzt hat.


Diesen Vorgang im Brauprozess nennt man auch Abseihen.

5. Vergären

Das Filtern in Schritt 4 erfolgt in der Regel aus dem Topf oder Einkocher direkt in den Gäreimer. Du hast an dieser Stelle also dein hergestelltes Zuckerwasser im Gäreimer und die Hefe wartet nur darauf, den Zucker in ein Bier umzuwandeln.

Direkt nach dem Filtern ist deine Würze aber noch zu heiß für die Hefe, daher musst du sie noch aktiv oder passiv herunterkühlen.
Dies geschieht in meinem Fall allerdings noch im Einkocher mit einer Kühlspirale.

6. Abfüllen

Die Hefe braucht eine Zeit, bis sie den ganzen Zucker umgewandelt hat. Erst dann darfst du das Bier in Flaschen abfüllen.

Damit du am Ende auch Kohlensäure im Bier hast, muss nach dem Abfüllen noch eine kleine Gärung innerhalb der Flasche erfolgen. Dazu wird eine exakte Menge Zucker vorher in jede Flasche gegeben und erst dann das Bier eingefüllt und verkorkt.

Die Hefe wandelt den Zucker wieder vollständig in Alkohol und CO2 um und sorgt damit für die nötige Kohlensäure in deinem Bier.

Am Ende kommt noch eine Wartezeit dazu, in der dein Bier reift und lagert. 

Das ist vom Bierstil abhängig und kann von zwei Wochen bis zu einem Jahr dauern!

Ich hoffe ich konnte dir mit der Beschreibung einen kleinen Einblick in dieses tolle Hobby geben und vielleicht den ein oder anderen davon überzeugen das Maischepaddel doch mal selbst zu schwingen ;-)

Wenn du Fragen dazu hast scheue dich nicht mir zu schreiben!


Ein großes Dankeschön geht an:
Tobi von www.malzknecht.de
für die tolle Beschreibung des Brauprozesses!